Zu Ostern

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Zu Ostern, dem Fest der Auferstehung möchte ich mal ein wenig über meine Recherchen der letzten Jahre schreiben.

Es war Maria Magdalena, die zuerst am Grab ihres – ich sage einmal – spirituellen Meisters gewesen war und sah, dass es leer war. Sie sah ihn dann später, ihren Meister und er sprach die berühmten Worte „Nola me tangere“, was so viel heisst wie „rühr mich nicht an“, denn er war wie er sagte, noch nicht zum Himmel aufgestiegen und durfte scheinbar nicht berührt werden.

Wer die Bücher um den Da Vinci Code gelesen hat und vielleicht auch noch die zugehörige Literatur um den Heiligen Gral und seine Erben, der glaubt wahrscheinlich inzwischen dem, was dort geschrieben steht mehr als dem, was in der Bibel steht, nämlich dass Maria Magdalena die Frau von Jesus war und dass sie Kinder mit ihm hatte.

Ich habe nie wirklich darüber geschrieben, aber mein Leben hat mich in den letzten Jahren auf die Spuren von Maria Magdalena geführt. So bin ich vor ein paar Jahren nach Aix en Provence gelangt, wo ich schonmal als Jugendliche per Motorrad durchgefahren bin und schon damals hat die Stadt einen äußerst anziehenden Eindruck hinterlassen. Marie Madeleine, wie sie auf französisch heisst, soll dort zehn Jahre lang gelebt haben. Sie war mit ihrer Schwester Martha, ihrem Bruder Lazarus, dem Freund Maximin, Maria, der Mutter des Jacobus d. J. und Maria Salome mit einem Schiff in der Nähe von Marseille in Frankreich angekommen, nachdem sie von Israel geflüchtet waren. Der Ort, an dem ihre Ankunft vermutet wird heisst heute Saintes Maries de la Mer und ist in der Camargue zu finden. Am 24. Mai wird dort von den Zigeunern das Fest ihrer Schutzpatronin, der Heiligen Sarah gefeiert, die dort mit den anderen aus dem gelobten Land angekommen war. Manche Leute, die sich mit der Geschichte um die Ankunft der Gläubigen von damals beschäftigen glauben nicht, dass es wirklich an dieser Stelle war und behaupten, es wäre an anderer Stelle gewesen. Wie dem auch sei, nach katholischer Version soll Marie Madeleine dann die restlichen dreissig Jahre ihres Lebens in einer Höhle in 1200 Metern Höhe in dem Bergmassiv La Sainte Baume in der Nähe von Marseille gelebt haben. Man kann diese Höhle heute besuchen, was ich selbst nicht geschafft habe, aber ich glaube irgendwie auch nicht an diese Version.

Ich hatte damals in Aix en Provence auf einem Markt nämlich einen Autor kennen gelernt, der eine andere Theorie vertrat, und zwar, dass Marie Madeleine in einer anderen Höhle gelebt haben soll, die westlich von Aix en Provence liegt. Er beschrieb seine Theorie in einem selbst herausgegebenen Buch, an dessen Namen und Titel ich mich nicht mehr erinnere, das er mir aber damals auslieh und an das ich mich deshalb lebhaft erinnerte, weil er eine Buddhastatue aus der Zeit der Kelten darin als Foto abgebildet hatte, die im Museum einer der Kirchen in Aix en Provence ausgestellt ist und älter ist als Buddha selbst! Ein Kuriosum sozusagen.

In Saint Maximin la Sainte Baume in der Kirche ist übrigens nach offizieller, das heisst katholischer Version der Schädel von Marie Madeleine zu finden. Ich war einmal dort und kann eigentlich nicht so recht an diese Version glauben. Vorher sollen ihre Gebeine übrigens in Vezeley gewesen sein, das lange Zeit ein bedeutender Wallfahrtsort und der Beginn einer der vier bedeutendsten Jakobswege in Frankreich war und auch heute noch ist. Er ist übrigens einer der weniger ausgetretenen Wege wie ich von einem Pilger hörte, der auf diesem auch des öfteren von Leuten eingeladen worden war, weil es die auf anderen Wegen inzwischen ausgebaute Infrastruktur mit Pilgerherbergen noch nicht so gibt.

Mich hat mein Leben dann ins Haute Vallee de L’Aude geführt, wo ich ebenfalls Spuren von Marie Madeleine entdeckte. Denn auch dort erzählt man sich, sie habe da in einer Höhle gelebt ganz in der Nähe von Rennes le Chateau. In Rennes le Chateau selbst, um das ich meistens einen Bogen machte, weil mich die Energien dort weniger anzogen, fand ich einmal ein kleines Heftchen, in dem die Frage erörtert wurde, ob Marie Madeleine wohl unter der Kirche begraben ist.

Und der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass ein Kenner der Gegend die Behauptung aufgestellt und soweit ich weiss auch in einem Buch vertreten hat, dass Jesus in einem Berg in der Nähe von Rennes les Bains begraben sein soll. Dieser Berg ist das übrigens weibliche Pendant zum berühmten heiligen Berg Bugarach, der nicht weit entfernt ist und der in der Legende um den 21.12.2012 eine bedeutende Rolle spielte. Und es gibt übrigens auch ein Sainte Marie am Meer…

Die Gegend dort ist auf jeden Fall Dreh- und Angelpunkt um die Geschichte vom Heiligen Gral und seinen Erben, den Lincoln,  Baigent, Leigh in ihrem gleichnamigen Buch beschrieben, war dann eine ganze Zeitlang von den Westgoten und danach von den Merowingern beherrscht bis die Karolinger die Macht übernahmen.

Heute noch gilt Rennes le chateau als esoterisches Zentrum von Frankreich. Es gab einen regelrechten Boom vor einigen Jahren, als Bücher um den legendären Pfarrer Sauniere herauskamen und verschiedene Schätze dort vermutet wurden wie der Schatz der Westgoten, den sie aus Rom mitbrachten mitsamt dem Tempelschatz von Salomon, der Schatz der Templer und der Katharer, den viele Menschen suchten. Mitlerweile ist das Graben verboten, da es damals überhand nahm. Sogar ich kenne jemanden persönlich, der sich damals auf Schatzsuche begab und annahm, der könne den heiligen Gral finden.

 

 

 

 

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Über Michelle

Ich bin eine seit vielen Jahren weitgehend freegan, also mehr oder weniger ohne oder mit wenig Geld lebende innereuropaeische Weltenbummlerin, die immer mal wieder ueber ihr Leben im Vagabundenblog schreibt. Das heißt konkret, ich habe seit mehreren Jahren kein Einkommen und keine finanzielle Unterstützung, bin also vollkommen ausserhalb des Systems und lebe von dem, was ich noch habe. Ich lebe die meiste Zeit konvivialistisch, also bei anderen Menschen mit und helfe ihnen mit dem, was mir Spaß macht und Freude bereitet. Mein Essen kommt zum Großteil vom Containern oder vom Aufsammeln von Obst und Gemüse auf Märkten. Die meiste Zeit der vergangenen Jahre verbrachte ich in Frankreich, aber ich bin manchmal auch für eine Zeitlang in Spanien, Deutschland oder anderweitig unterwegs. Ein Jahr lang lebte ich ganz ohne Geld in Frankreich und begann meinen Vagabundenblog zu schreiben, damals noch auf myspace. Aus ihm habe ich das ebook 'Vom Leben ohne Geld: Der Vagabundenblog' zusammengestellt, das ich auf scribd.com veroeffentlicht habe (siehe blogroll 'ebook vom Vagabundenblog'). Für zwei Jahre lebte ich in einem halb ausgebauten LKW, bin dann aber doch wieder zu meinem konvivialistischen Leben zurückgekehrt, zum einen, weil es mir noch besser gefallen hat und zum anderen, weil ich einfach glücklicher war. Und zwar deshalb, weil es dabei immer einen Austausch gibt, ein Geben und Nehmen. Und weil ich meinen Wagen aufgegeben hatte, was allerdings vielleicht doch keine so gute Idee war, denn ich habe ihn wirklich vermisst und er fehlt mir bis heute. (Falls jemand einen Wagen zu verschenken hat, bin ich dankbar). Ich war die ganze Zeit ueber aber immer bei Leuten eingeladen und kann mich von daher nicht beschweren. Ich möchte dadurch, dass ich mit wenig Geld lebe zum einen zeigen, dass dies möglich ist und zum anderen, dass man ohne viel Geld aeusserst glücklich sein kann. Mein Vagabundenblog ist sozusagen der Beweis. Damit kein Mensch Angst zu haben braucht, wenn es darum geht die Menschen zu verchippen, dass er ohne Chip nicht leben kann. Das ist gar kein Problem, nur vielleicht nicht ganz so bequem ;)

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